Griechisches Triple A: Aphrodite, Ares und Aprilscherze - Sendung Di 2.4. (FRO) bzw. Mi 3.4. (FRS)

Ist das eine Heinsslkrouschn?
  •  Die Griechenlandreise, 2. Teil der bekannten Geschichte von G.G., gelesen von G.G. jun.
  •  D'Heinßlkrouschn,  Geschichte von G.G., gelesen von W.G.
  • Antwort auf das Mundarträtsel von voriger Woche: Eritag bedeutet so vuil  wia Dienstag. In manche Gegenden sagt ma ah Iada oder Erchta. So wia in den Liad von der Ausred: Am Monda hats gregnt und an Iada hats gschneibt und an Miricha hats mi halt ah net recht gfreit usw.Vielleicht verlier ma an der Stoill a paar Worte zur Herkunft von den Wort – der Herkunft wo Wörter nachzgehn war ja eine Leidenschaft, de unsern Vater sein Leben lang begleitet hat, und de seine Söhne anscheinend von eahm gerbt ham - ah wann i's ohne Ehrgeiz und nur beiläufig betreib, und ohne Anspruch auf wissenschafliche Hieb- und Stichfestigkeit. Ah des Wort Eritag, erinnert i mih genau, hat uns der Gottfried senior folgendermaßen erklärt: Viele unsrere mundartlichen Wochentagsnamen gehn ja auf heidnische Ursprüng zruck, und haben deutliche Bezüge zur Astronomie. Denk ma nur an Sonntag, den Tag der Sonne, oder Montag, Tag des Mondes. Der Dienstag wurde dem Mars zugeordnet, doch das aus dem germanischen stammende "Thingstag" war im bairischen Sprachraum nicht gebräuchlich. Stattdessen verwendete man Eritag oder Irda. Das bairische Mundartwort Ertag (Eritag Erchtag, Irda) geht wohl über gotische Vermittlung auf den griechischen Tagesnamen Areôs hêméra („Tag des Ares“ = Mars) zurück, wobei bei den durch Wulfila zum Arianismus bekehrten Goten der Name des Arius bei der Verbreitung mitgespielt haben dürfte.
  • Neues Mundarträtsel: was is a "Heinßlkrouschn" ? ;-)

Griechenland, Kunst hat Recht - Ruiss und Mani Matter - Sendung So 26.3. (FRO) bzw. Mi 27.3. (FRS)

".. häufti Sachan han scho brocha gwen
a den Museum und ghöratn hergricht..."
(zit. aus "die Griechenlandreise")
  • Griechenlandreise1_1, es liest G.G. junior
  • Fliegermarsch
  • Griechenlandreise1_2
  • Griechische Volksmusik
  • Wolfgang G. interviewte Gerhard Ruiss am 20. März im Literaturhaus Wien (Aufzeichnung) zur aktuellen Kampagne der IG-Autoren für korrekten Umgang mit Urheberrechten "Kunst hat Recht"
  • dazuverlinkt >> Sven Regeners Wut-Rede
  • Musik Ruiss - Matter - Prem: Ruiss singt und spielt ein ins Wienerische übertragenes Lied des bekannten Schweizer Mundartdichters und Liedermachers Mani Matter (d'Resi)
  • Die Auflösung von unsern Mundarträtsel von voriger Woche: De richtige Antwort is: "krauti" oder "krautig" bedeutet "frech, übermüati". Desmal hamma koa richtige Zuaschrift kriagt - ah wann oan Zuahörerin des Wort "Rohrnudl" richtig interpretiert hat als Wuchteln, aber des Wort war ja gar net gfragt - deswegen is die folgende Frage ein Doppeljackpot: 
  • Mundarträtsel für nächste Wocha:  Was bedeutet des Wort: „Eritag“?

Hundsfutter, zahme Hunde und Wilde Worte - Sendung So 19.3. (FRO) bzw. Mi 20.3. (FRS)

Moderation: Claudia Glechner
  • "Zon Essn geht's" - Gottfried Glechner junior vertont das Gedicht seines Vaters - eine Uraufführung!
  • "Der richtige Arzt für Nero" Wolfgang Glechner liest bei den "Wilden Worten" sein neues Dramolett
  • Interview mit dem Kabarettisten und Liedermacher Richard Weihs
  • Zur Auflösung des Mundarträtsels Folgendes:
Lieber Fritz, das Wort Reisl hab i als Rätsel ausgsuacht, weil es mir selber ein Rätsel war.
Bis nächste Wocha muass i's geklärt habm  - oder in der Sendung zugeben, dass ich "auf der Soafn steh";-) 
Wolfi
Fritz (Gottfried) hat geantwortet: „Reisl“ erklärt Vater im Glossar des Buches Unser Dorf mit „geflochtenes Strohbündchen zum Dachdecken“
Wolfgangs Antwort: Danke für die Worterklärung und auch für den Hinweis mit dem Glossar.
Werd ich vielleicht öfter reinschaun.
Beim bairischen Odysseus ist ja auch ein umfangreiches Glossar, dort war das Wort aber nicht dabei.
Das Unwiederbringliche an diesen Sachen ist ja nicht das Wort allein - sondern dass diese ganze jahrtausendealte bäuerliche Wirtschaftsform praktisch verschwunden ist und damit auch das ganze Vokabular, welches zu erhalten ohne die zugehörige Erfahrung fast sinnlos ist. Unser Vater hat diesen Wechsel durch seine Biographie zufällig in voller Breite mitgekriegt, und den historischen Auftrag empfunden und verstanden, diese Welt noch einmal abzubilden, so lebendig und vielschichtig, wie er konnte. Er schreibt im Vorwort zum Bairischen Odysseus selber, dass die 2800 Jahre zurückliegende Welt der homerischen Odyssee sich von der seiner Kindheit weniger unterscheidet als das zeitlich nur ein paar Jahrzehnte entfernte heutige Leben zu Anfang des dritten Jahrtausends. In diesem Bewußtsein des Bewahrens und Erinnerns einer unwiederbringlichen altbewährten Daseinsform überragt Vaters Dichtung die rein wissenschaftliche Arbeit von Konservatoren und Museumsleuten weit an Bedeutung.
  • Das neue zu erratende Mundartwort: Was bedeutet "krauti" , oder auch "krautig"? Vorkemma is's a den Liadl heunt, bei dera kloan Dirn, de allweil so krauti schaut, wer si nuh erinnert.

Vernunftgebrauch und Gold - Sendung Di 12.3. (FRO) bzw. Mi 13.3. (FRS)

  •  Wia i zon Gebrauche der Vernunft kemma bi (G.G., gelesen von W.G.)
  • Interview mit dem in Wien lebenden "Goldkünstler" Hermann Staudinger aus Schwanenstadt
  • Mundarträtsel Auflösung: Ein "Mari" ist eine Grenzmarkierung
  • Neues Rätsel: Was sind "Reisl"?

    Pfarrer und Beichtgschichten und ein Interview - Sendung Di 5.3. (FRO) bzw. Mi 6.3. (FRS)

    Diesmal mit  zwei Geschichten von Gottfried Glechner:
    • Der neuche Pfarrer
    • De Beicht von der schwaren Sünd 
    • Interview mit dem Medienkünstler Georg Eckmayr 
    Heutiges Mundarträtsel: Was ist ein Mari (gesprochen mit geschlossenem a - fast wie o)
    Auflösung des Rätsels vom vorigen Mal:
    Was bedeutet foiritzen?
    Antwort:
    Ich glaube, es wird nur gebraucht in der Kombination: "es foiritzt" - es schlägt Feuer, Funken, Flammen züngeln heraus.
    Es gehört zu einer Reihe von Wörtern auf "itzen" wie schliefitzen (schleifen), seanfitzen (hinken),  schnofitzen (von schnaufen), blengitzen (blinken) , gigatzen (lautmalend: stottern), Meckitzer (Meckernder Schrei), gnaretzn (knarren), scharretzn (scharren), flodritzen (flattern), pfugitzn (lautmalend: kichern), kragitzen (krächzen) und "achetzn" (wiederholtes Seufzen oder Stöhnen, eig. lautmalend: dauernd "Ach!" sagen ) und hat als "ächzen" sogar Eingang in die Hochsprache gefunden, vgl. ebenso hochsprachlich kiebitzen (heimlich schauen), schnitzen (von wiederholt schneiden), auch das Wiener "Schnitzel" könnte möglicherweise damit zusammenhängen, ritzen (leicht reißen), stiebitzen (stehlen);

    ...itzen scheint überhaupt oft ein sehr einfaches Sprachmittel für den (oft minorisierenden, abwertenden) Ausdruck des (meist lästigen oder wenig erfolgreichen) Wiederholens oder Andauerns, auch als Möglichkeit des zeitwörtlichen Gebrauch von Substantiva und anderen Wörtern.  Ein Zusammenhang mit Wörtern aus slawischen Sprachen oder aus der Gaunersprache ist nicht auszuschließen.
    Wörtbildungen wie diese scheinen im alten Innviertler Dialekt, aber auch in Bayern und Österreich weit verbreitet zu sein. 
    Wer uns weitere Beispiele schicken kann - bitte hier in den Kommentar schreiben.
    Keine Angst - wir wollen Euch nicht in Zukunft mit sprachlichen Überlegungen wie diesen langweilen - unsere laienhaften Überlegungen sind überdies wissenschaftlich weder hieb- noch stichfest - vielleicht hat es euch trotzdem interessiert, mit uns ein wenig  herumzustochern in unsrer Muttersprache - unser Vater Gottfried hat das sehr gerne getan - mit einem gut fundierten wissenschaftlichen background übrigens.
    Gottfried jun. erzählt, dass er sich mit seinem Vater über diese itzen-Wörter einmal unterhalten hat. Und dass die  obigen Überlegungen in die richtige Richtung gehen.